Zwei wiederkehrende Topoi

Wir Studenten neigen bekanntermassen dazu, viel zu diskutieren. Das ist bei mir nicht anders und nicht selten geht es dabei auch um politische Themen. In solchen Gesprächen rekurriert man seit der Antike immer wieder auf allgemein anerkannte Aussagen, Topoi im Griechischen, Gemeinplätze im (vermutlich an den commonplaces angelehnten) Deutschen. Mir sind in solchen Diskussionen einige Topoi begegnet, die mir nicht sonderlich behagten. Das ist zum einen die Rede von der möglichen Faulheit von Arbeitslosen, die mit fadenscheinigen Gründen Arbeitsangebote ablehnen, die von einer bestimmten Sicht auf aktuelle gesellschaftliche Probleme zeugt, welche kritisch so beschrieben werden kann:

Wer sich staatlich zugewiesener, perspektivloser und nur mehr symbolisch entlohnter Arbeit unter diktierten Bedingungen verweigert, hat sein Lebensrecht verwirkt; ihm wird mit Entzug der Lebensgrundlage gedroht. Folglich geht es um Zwangsarbeit. Und wer sogar solche Arbeit nicht finden kann, wird einer verkürzten und leidvollen Existenz als aufgrund seiner Wertlosigkeit Ausgestoßener überlassen, um den man sich nicht weiter zu kümmern braucht.

Zum Anderen gibt es einen bestimmten Umgang mit Kritik:

Jeder dürfte schon einmal gehört haben, dass jemand versucht, System- und Gesellschaftskritik mit Sätzen wie „Es geht uns doch (trotz allem) sehr gut heute/hier“ zu entkräften.

Beide Topoi und einiges weitergehende wird in diesem Artikel von Alarmschrei erörtert, den ich hiermit wärmstens zur Lektüre empfehlen möchte.

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Eine Antwort to “Zwei wiederkehrende Topoi”

  1. Zweitsemester Says:

    haha, „rekurrieren“

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