zoon politikon

Während die Stuparier sich über die Besetzung des Referates für Politische Bildung auseinandersetzen, frage ich mich, wie das überhaupt gehen soll, politisch zu bilden.

Alle Kandidaten waren sich des Problems bewusst, dass die herkömmlichen Möglichkeiten, die Studenten zu informieren nicht mehr funktionieren. Ich habe ja auch schon darüber geschrieben: Viele Kommilitonen wussten zur Zeit der StuPa-Wahl nicht, dass überhaupt eine Wahl stattfinden sollte und eine andere große Menge wusste zwar von der Wahl, aber hatte keine Ahnung, wen sie wählen sollten, wussten aber auch nicht, wer überhaupt zur Wahl stand. Diese Unwissenheit herrschte trotz eines umfangreichen Informationsangebotes: Die Astarix hatte über Wochen immer wieder von der Wahl berichtet, auf der viel besuchten Vollversammlung des letzten StuPa wurde die Wahl erwähnt und es gab eine eigene Vollversammlung zur Vorstellung der kandidierenden Liste(n). Überall auf den schwarzen Brettern waren Aushänge und die letzte Astarix vor der Wahl hatte ein großes Wahlkreuz direkt auf dem Titel. usw.
Wenn nun schon ein so stark beworbene Wahl nicht wahrgenommen wird, wie sieht es dann mit anderen Themen aus, die zwar in der Astarix und auf den schwarzen Brettern präsent sind, aber nicht in dieser Masse? Oder mit den politischen Themen, die über den Bereich der Hochschule hinaus gehen?
Von den Kandidaten für das Referat für politische Bildung wurde verlangt, dass sie ihre Vorstellungen erläutern, die Studenten zu erreichen. Aber geht das überhaupt? Und warum kommt keine Information wirklich an?

Sind vielleicht die heutigen Studenten so belastet durch ihr Studium, dass sie keine Zeit haben, nach rechts und links zu schauen?
Oder haben viele keine Hoffnung etwas ändern zu können und wollen sich deshalb gar nicht erst mit Informationen belasten?
Vielleicht ist ja auch vielen gar nicht bewußt, dass Demokratie nicht von alleine funktioniert?

Offensichtlich wird der neue Referent für politische Bildung, wenn er dann endlich existiert, sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Sein größtes Problem wird wohl nicht die Frage sein, welche Informationen die Studenten brauchen, sondern vielmehr wie man sie überhaupt dazu bringt, Informationen wahrzunehmen und ihre jeweilige Relevanz zu erkennen. Oder noch grundlegender wie man gebildete Menschen dazu bringen kann, sich als einen Teil einer demokratischen Gesellschaft zu verstehen, die nicht ohne die Mitarbeit ihrer Bürger existieren kann.

Zu diesem Thema empfehle ich die Lektüre der „Politik“ von Aristoteles. Dort finden sich zwar keine Antworten, zu diesen Fragen, aber man lernt klarer zu artikulieren um was es geht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: